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Bring Me the Horizon: Emo, Goth oder alles anders

Niklas Julian Hoffmann Richter • 2026-07-16 • Gepruft von Daniel Becker

Du kennst das Lied „Throne“ aus jeder Social-Media-Playlist, aber weißt du eigentlich, wie aus einer Deathcore-Band aus Sheffield ein globales Phänomen wurde, das heute mit Coldplay an einem Tisch sitzt – und ihn mal eben zerstört? Bring Me the Horizon hat einen Musikstil, der sich alle paar Jahre neu erfindet, und eine Kontroverse, die bis heute nachwirkt.

Gründungsjahr: 2004 ·
Herkunft: Sheffield, England ·
Mitglieder: 4 (Oli Sykes, Matt Nicholls, Lee Malia, Matt Kean) ·
Genre: Rock, Metalcore, Alternative ·
Größter Hit: Throne (über 500 Mio. Streams) ·
Kontroverse: Coldplay-Tisch-Vorfall 2016

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Bandgründung 2004 in Sheffield (Wikipedia)
  • Oli Sykes ist durchgehend Leadsänger seit 2004 (Wikipedia)
  • Der Coldplay-Tisch wurde 2016 bei den NME Awards zerstört (NME)
2Was unklar ist
  • Ob die Band wirklich als Emo oder Goth bezeichnet werden kann (Wikipedia)
  • Ob der Coldplay-Tisch-Vorfall absichtlich oder ein Unfall war (Rolling Stone)
  • Wie sich der Stil in Zukunft entwickeln wird (DIY Magazine)
  • Ob der Bandname wirklich aus „Fluch der Karibik“ stammt (Interview auf YouTube)
  • Wie viele Studioalben die Band genau veröffentlicht hat (Wikipedia)
3Zeitleisten-Signal
  • 2004: Bandgründung in Sheffield (Wikipedia)
  • 2013: Durchbruch mit „Sempiternal“ (DIY Magazine)
  • 2016: Coldplay-Tisch-Vorfall bei NME Awards (NME)
4Wie es weitergeht
  • 2023 erschien „Post Human: NeX GEn“ (Wikipedia)
  • Die Band experimentiert weiter mit Pop, Elektro und Rock (Wikipedia)
  • Zukünftige Tourdaten werden auf der offiziellen Website bekannt gegeben (Offizielle Website)

Schnellfakten im Überblick

Eine Reihe von Kernfakten, die das Fundament der Bandgeschichte bilden:

Eigenschaft Wert
Gründungsjahr 2004
Herkunft Sheffield, England
Genre Rock, Metalcore, Alternative
Mitglieder 4 (Oli Sykes, Matt Nicholls, Lee Malia, Matt Kean)
Bekannteste Single Throne
Größte Kontroverse Coldplay-Tisch-Vorfall 2016
Aktuelles Album Post Human: NeX GEn (2023)

Was diese Zahlen zeigen: Bring Me the Horizon hat sich in nur zwei Jahrzehnten von einer regionalen Deathcore-Band zu einem internationalen Phänomen mit Millionen von Streams entwickelt.

Ist Bring Me the Horizon emo oder goth?

Eine der meistdiskutierten Fragen unter Fans und Musikjournalisten: Lässt sich die Band überhaupt in ein Subkultur-Raster pressen? Die Antwort ist vielschichtig.

Was ist der Unterschied zwischen Emo und Goth?

Emo und Goth sind zwei völlig getrennte Subkulturen mit eigener Musik, Ästhetik und Geschichte. Emo entstand in den 1980er Jahren aus dem Hardcore Punk und ist emotionaler, introspektiver. Goth entwickelte sich aus dem Post-Punk und ist düsterer, theatralischer.

Die Unterschiede im Überblick:

Merkmal Emo Goth
Ursprung Hardcore Punk (1980er) Post-Punk (1970er)
Musikstil Emotionaler, introspektiver Rock Düsterer, theatralischer Rock
Ästhetik Schwarze Kleidung, enge Hosen, auffälliges Haarstyling Leder, Nieten, viktorianische Elemente

Die historischen Spannungen zwischen Punk- und Emo-Szenen sind bekannt, aber die Grenzen sind fließend (Wikipedia (Emo)).

In welche Genres wird Bring Me the Horizon eingeordnet?

  • Frühe Phase (2004-2008): Deathcore und Metalcore (Wikipedia)
  • Mittlere Phase (2008-2013): Alternative Metal, Post-Hardcore und Melodic Metalcore (YouTube)
  • Jüngere Phase (2015-heute): Alternative Rock, Pop-Rock, Electropop und experimentell (Wikipedia)

Wie hat sich der Stil der Band verändert?

Die Band selbst lehnt starre Labels ab und bezeichnet ihren Stil heute als „Post-Human“. Frühe Alben waren purer Deathcore, spätere Werke integrieren Pop, Elektro und sogar Synth-Pop. Der Wandel ist so radikal, dass Fans der ersten Stunde und neuere Hörer fast unterschiedliche Bands erleben.

Der Widerspruch

Genau diese Wandelbarkeit ist der Grund, warum sich Fans so uneinig sind: Ein Teil vermisst die Metalcore-Wurzeln, ein anderer feiert die Pop-Öffnung. Bring Me the Horizon kann nicht beiden Seiten gleichzeitig gerecht werden – und tut es trotzdem.

Fazit: Bring Me the Horizon ist weder eindeutig emo noch goth – die Band hat sich aus ihren Deathcore-Wurzeln heraus entwickelt und bewegt sich heute zwischen Pop, Rock und Elektronik. Langzeitfans der harten Phase: Die frühen Alben bleiben crash-rockig. Neue Hörer: Die jüngeren Werke sind zugänglicher und genre-übergreifend.

Was geschah zwischen Bring Me the Horizon und Coldplay?

Der Vorfall bei den NME Awards 2016 ist der vielleicht bekannteste kulturelle Moment der Band – und bis heute Gegenstand von Spekulationen.

Der Vorfall bei den NME Awards 2016

Während einer Live-Performance ihres Songs „Happy Song“ kletterte Oli Sykes auf den Tisch, an dem die Band Coldplay saß, und stieß dabei Gläser und Flaschen um (NME). Der Tisch wurde erheblich beschädigt.

Warum zerstörte Oli Sykes den Tisch?

Sykes erklärte später, es sei kein Protest gegen Coldplay gewesen, sondern ein Unfall (Rolling Stone). Allerdings gab es auch Spekulationen über einen vorherigen Streit wegen angeblich ähnlicher Albumgrafiken zwischen beiden Bands (Rolling Stone).

Reaktionen von Coldplay und der Öffentlichkeit

Chris Martin von Coldplay reagierte überraschend gelassen: Er sagte später, er habe Bring Me the Horizon vor dem Vorfall gar nicht gekannt und fand die Szene „great, very rock and roll“ (Wikipedia). Die Presse und soziale Medien stürzten sich auf das Ereignis – es wurde zum viralen Moment.

Was zu beachten ist

Für eine Band, die sich von der harten Metal-Szene löste, wurde der Vorfall zum perfekten PR-Moment: Er zeigte die rohe, unberechenbare Energie der Band und lieferte gleichzeitig eine völlig unerwartete Brücke zum Mainstream-Publikum.

Fazit: Ob Unfall oder nicht – der Tisch-Vorfall symbolisiert den kulturellen Bruch zwischen zwei Musikwelten. Für die Fans von Bring Me the Horizon: Der Vorfall festigte das rebellische Image. Für das Mainstream-Publikum: Er schuf Neugier auf eine Band, die sie vorher nicht kannten.

Warum mögen Punks keine Emos?

Diese Frage taucht immer wieder im Kontext von Bring Me the Horizon auf, weil die Band oft mit Emo assoziiert wird. Die Antwort liegt in der Geschichte zweier Subkulturen.

Unterschiede zwischen Punk- und Emo-Subkultur

Punk entstand in den 1970er Jahren mit politischen, anti-autoritären Texten und rohem Sound. Emo entwickelte sich später aus dem Punk, fokussierte aber auf persönliche Emotionen und Melancholie. Die Ästhetik unterscheidet sich ebenfalls: Punk setzt auf Leder und Nieten, Emo auf schwarze Kleidung, enge Hosen und auffälliges Haarstyling (Wikipedia (Emo)).

Historische Rivalität

In den 2000er Jahren gab es in der Punk- und Hardcore-Szene eine starke Abgrenzung gegen Emo, die als „weich“ oder „kommerziell“ angesehen wurde. Diese Rivalität hatte oft mit Geschlechterrollen und Authentizitätsvorstellungen zu tun. Jedoch: Nicht alle Punks lehnen Emos ab – die Grenzen sind fließend.

Wie passt Bring Me the Horizon in diese Debatte?

Bring Me the Horizon wurde in den 2010er Jahren oft mit Emo in Verbindung gebracht, vor allem wegen der ästhetischen Inszenierung und der emotionalen Texte auf Alben wie „Sempiternal“. Die Band hat jedoch auch deutliche Punk-Einflüsse in ihren frühen Werken. Musikjournalisten des DIY Magazine beobachten, dass die Band selbst diese Kategorien längst hinter sich gelassen hat.

Fazit: Die Rivalität zwischen Punk und Emo ist real, aber historisch überholt. Bring Me the Horizon steht genau im Schnittpunkt dieser Kulturen. Für Hardcore-Punks: Die frühen Alben der Band sind weniger emo als gedacht. Für Emo-Fans: Die gesamte Ästhetik und Texte sind eine Fortsetzung der Emo-Tradition.

Das bedeutet: Die Band ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Genre-Grenzen heute mehr denn je verschwimmen.

Wofür steht BMTH?

Das Kürzel BMTH begegnet einem überall – aber was steckt eigentlich dahinter?

Die Bedeutung des Bandnamens

BMTH steht schlicht für „Bring Me the Horizon“. Der Name leitet sich von einem Zitat aus dem Film „Fluch der Karibik“ ab, wie Oli Sykes in einem Interview bestätigte (Interview auf YouTube). Es gibt keine tiefere symbolische Bedeutung – es war einfach eine jugendliche Entscheidung, die hängen blieb.

Wie ist der Name entstanden?

Die Band wählte den Namen in ihrer Gründungsphase 2004. Sykes hat mehrfach betont, dass er selbst nicht genau weiß, warum die Wahl fiel – es klang einfach gut. Diese pragmatische Herkunft ist typisch für viele Bands der 2000er Jahre.

Fazit: BMTH ist ein Akronym ohne versteckte Botschaft. Der wahre Wert des Namens liegt in der Wiedererkennung – und die ist weltweit enorm.

Hat Bring Me the Horizon immer denselben Leadsänger gehabt?

Eine der konstantesten Größen der Band ist die Stimme an der Spitze.

Oli Sykes als Gründungsmitglied

Oliver Sykes ist seit der Gründung 2004 der Leadsänger (Wikipedia). Seine charakteristische Stimme – von tiefen Growls bis zu klarem Gesang – prägt jedes Album der Band.

Wechsel anderer Mitglieder

Während Sykes und Drummer Matt Nicholls bis heute dabei sind, gab es bei den Gitarristen und Bassisten einige Wechsel. Die aktuelle, stabile Besetzung besteht aus Oli Sykes, Lee Malia (Gitarre), Matt Kean (Bass) und Matt Nicholls (Schlagzeug) (Wikipedia).

Fazit: Die Besetzung ist stabiler, als viele denken. Zwei Gründungsmitglieder (Sykes und Nicholls) sind nach 20 Jahren noch da. Die Band hat eine klare Hierarchie und einen prominenten Frontmann.

Wie hat sich der Musikstil von Bring Me the Horizon entwickelt?

Der musikalische Wandel der Band ist eines der faszinierendsten Kapitel der modernen Rockgeschichte. Ähnlich wandelbar wie Jack White, der von Blues-Rock zu experimentellen Klängen fand, durchlief BMTH eine radikale Transformation.

Frühe Metalcore-Phase (2004–2008)

Das Debütalbum „Count Your Blessings“ (2006) war purer Deathcore mit brachialen Riffs und tiefen Growls (Wikipedia).

  • 2006: Count Your Blessings (Deathcore)
  • 2008: Suicide Season (schwerer Rock/nu-metal-Einflüsse) (YouTube)

Übergang zu melodischerem Sound (2008–2013)

Mit „Sempiternal“ (2013) begann die entscheidende Wende: Jordan Fish stieß als Keyboarder und Produzent dazu und brachte elektronische Elemente ein (DIY Magazine). Der Song „Can You Feel My Heart“ wurde zum Meilenstein.

Experimentelle und Pop-orientierte Alben (2015–heute)

  • 2015: That’s the Spirit (Alternative Rock, Pop-Rock) (Wikipedia)
  • 2019: Amo (Electropop, Synth-Pop) (Wikipedia)
  • 2020: Post Human: Survival Horror (EP)
  • 2023: Post Human: NeX GEn (Album)

Die Band bezeichnet ihren aktuellen Stil selbst als „Post-Human“ – eine Mischung aus Metal, Pop, Elektro und Rock.

Das Paradox

Je weiter sich Bring Me the Horizon von ihren Deathcore-Wurzeln entfernte, desto größer wurde ihr Publikum. Der Preis: Ein Teil der alten Fangemeinde fühlte sich verraten. Für die Band jedoch bedeutete die musikalische Öffnung den Schritt vom Nischenphänomen zum Weltstar.

Fazit: Der Stilwandel ist radikal, aber konsequent. Für Deathcore-Fans: Die frühen Alben bleiben rohe Energie pur. Für Pop-Rock-Hörer: Die Werke ab 2015 sind zugänglicher und genre-übergreifend. Die Band hat sich bewusst von einem engen Genre-Label gelöst.

Bestätigte Fakten und Unklarheiten

Die folgende Tabelle zeigt, was sicher belegt ist und wo noch Raum für Interpretation bleibt.

Bestätigte Fakten

  • Die Band wurde 2004 in Sheffield gegründet (Wikipedia)
  • Oli Sykes ist seit 2004 Leadsänger (Wikipedia)
  • Der Coldplay-Tisch wurde 2016 bei den NME Awards zerstört (NME)

Was unklar ist

  • Ob die Band eindeutig als emo oder goth kategorisiert werden kann (Wikipedia)
  • Ob der Tisch-Vorfall absichtlich geschah oder ein Unfall war (Rolling Stone)
  • Wie sich der Musikstil in Zukunft weiterentwickeln wird (DIY Magazine)
  • Ob der Bandname wirklich aus „Fluch der Karibik“ stammt (YouTube)
  • Wie viele Studioalben die Band genau veröffentlicht hat (Wikipedia)

Vergleiche mit anderen künstlerischen Transformationen, wie bei Alice Merton, zeigen, dass ein solcher Wandel nicht immer einfach ist.

Zitate und Perspektiven

Stimmen, die die Band und ihre Entwicklung aus erster Hand beleuchten:

„Es war kein Protest, es war ein Unfall.“

– Oli Sykes über den Coldplay-Tisch-Vorfall (Rolling Stone)

„Der Name kommt von einem Zitat aus Fluch der Karibik.“

– Oli Sykes über die Herkunft des Bandnamens (Interview auf YouTube)

„Es war great, very rock and roll.“

– Chris Martin (Coldplay) über den Tisch-Vorfall (Wikipedia)

„Die Band hat sich von einem Dingier Escape style zu Post-Hardcore und Hardcore entwickelt.“

– Oliver Sykes über die frühen musikalischen Einflüsse (Interview auf YouTube)

Zusammenfassung

Bring Me the Horizon ist mehr als nur eine Band – sie ist ein kulturelles Phänomen, das die Grenzen zwischen Metal, Pop und Elektronik immer wieder neu definiert. Der Coldplay-Vorfall war kein PR-Gag, sondern ein authentischer Moment, der die Spannung zwischen der rebellischen Punk-Vergangenheit und der Mainstream-Gegenwart der Band zeigt. Für einen deutschen Fan, der die Band vielleicht nur vom Hörensagen oder durch virale Clips kennt, ist die Entscheidung klar: Entweder man taucht in die rohe Aggression der frühen Alben ein oder man genießt die zugängliche Pop-Ästhetik der späteren Werke.

Das macht den Reiz der Band aus: Wer sich für die Entwicklung einer der wandlungsfähigsten Rockbands der letzten 20 Jahre interessiert, findet in beiden Welten etwas.

Weitere Quellen

reddit.com, youtube.com

Häufig gestellte Fragen

Welche Bandmitglieder sind aktuell?

Die aktuelle Besetzung besteht aus Oli Sykes (Gesang), Lee Malia (Gitarre), Matt Kean (Bass) und Matt Nicholls (Schlagzeug) (Wikipedia).

Wie heißt das neueste Album?

Das aktuellste Album ist „Post Human: NeX GEn“, veröffentlicht im Jahr 2023 (Wikipedia).

Welche Musikrichtung spielt Bring Me the Horizon?

Die Band spielt eine Mischung aus Rock, Metalcore, Alternative und experimentellen Pop-Einflüssen. Der Stil hat sich von Deathcore über Metalcore zu Pop-Rock und Electropop entwickelt (Wikipedia).

Hat Bring Me the Horizon deutsche Texte?

Nein, die Band singt ausschließlich auf Englisch. Es gibt keine Alben oder Lieder mit deutschen Texten.

Wie viele Alben hat die Band verkauft?

Genaue Verkaufszahlen variieren je nach Quelle, aber die Band hat mehrere Millionen Alben weltweit verkauft und zahlreiche Gold- und Platin-Auszeichnungen erhalten (Wikipedia).

Gibt es eine Dokumentation über die Band?

Ja, es existieren mehrere Dokumentationen und Interviews auf YouTube, darunter eine umfassende Dokumentation auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Band (Offizieller YouTube-Kanal).

Wo kann ich Tickets kaufen?

Aktuelle Tourdaten und Tickets sind auf der offiziellen Band-Website unter bmthofficial.com verfügbar.

Hat Bring Me the Horizon etwas mit Emo zu tun?

Die Band wird oft mit Emo assoziiert, insbesondere wegen der ästhetischen Inszenierung und emotionalen Texte, aber sie selbst lehnt dieses Label ab und bezeichnet ihren Stil als genreübergreifend (DIY Magazine).



Niklas Julian Hoffmann Richter

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Niklas Julian Hoffmann Richter

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