NEWSLOGIK TAGESBERICHT Deutsch
Newslogik.de Newslogik Tagesbericht
Abonnieren
Blog Lokal Politik Technik Welt Wirtschaft

Hannelore Schmatz: Die erste Deutsche auf dem Everest

Niklas Julian Hoffmann Richter • 2026-07-06 • Gepruft von Elias Hoffmann

Wer den Mount Everest besteigt, tut das im Wissen um die Gefahren – aber kaum jemand rechnet damit, selbst zur traurigen Wegmarke für andere zu werden. Hannelore Schmatz, die erste Deutsche auf dem höchsten Berg der Welt, erlebte genau dieses Schicksal: Ihr Körper blieb nach ihrem Tod 1979 jahrelang in der Todeszone sichtbar und diente Bergsteigern als makabrer Orientierungspunkt.

Todesjahr von Hannelore Schmatz: 1979 ·
Alter beim Tod: 39 Jahre ·
Erste Deutsche auf dem Everest: 1979 (vierte Frau insgesamt) ·
Todesursache: Erschöpfung und Höhenkrankheit ·
Leiche diente als Wegweiser: jahrelang in der Todeszone sichtbar

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
  • 1940: Geburt in Regensburg (Wikipedia)
  • 1. Oktober 1979: Gipfelerfolg (ExplorersWeb)
  • 2. Oktober 1979: Tod beim Abstieg (Wikipedia)
  • 1980er–2000er: Leiche als Wegweiser sichtbar (Mission Eco Trek)
4Wie es weitergeht
  • Leiche möglicherweise durch Wind verweht oder zerstört (Mission Eco Trek)
  • Keine offizielle Bergung dokumentiert (Wikipedia)

Sieben Fakten, eine Linie: Von der Geburt in Regensburg bis zum Tod in der Todeszone – die biografische Spur zeigt eine erfahrene Bergsteigerin, deren letzte Expedition zur tragischen Ikone wurde.

Attribut Wert
Geburtsdatum 16. Februar 1940
Sterbedatum 2. Oktober 1979
Nationalität Deutsch
Expedition Deutsch-Österreichische Mount-Everest-Expedition 1979
Gipfelerfolg 1. Oktober 1979
Todesursache Erschöpfung und Höhenkrankheit
Ehemann Dr. Gerhard Schmatz

Was ist mit Hannelore Schmatz passiert?

Die Geschichte beginnt mit einer Expedition, die in die Geschichte eingehen sollte – und endet mit einem der bekanntesten Todesfälle am Mount Everest. Hannelore Schmatz war Teil der deutsch-österreichischen Mount-Everest-Expedition 1979 unter der Leitung ihres Ehemanns Dr. Gerhard Schmatz (Wikipedia (Eintrag zur Person)).

Der Aufstieg auf den Mount Everest

Am 1. Oktober 1979 erreichte Schmatz nach einem anstrengenden Aufstieg über die Südostgrat-Route den Gipfel des Mount Everest. Mit 39 Jahren war sie damit die vierte Frau weltweit und die erste Deutsche, die den höchsten Punkt der Erde erklomm (ExplorersWeb (Bergsteiger-Portal)). Ihr Ehemann Gerhard, damals 50 Jahre alt, stellte ebenfalls einen Rekord auf: Er war der bis dahin älteste Mann, der den Everest bestiegen hatte (Wikipedia). Die Freude über den Erfolg währte jedoch nur kurz.

Die Paradoxie des Gipfels

Den Gipfel zu erreichen bedeutet noch lange nicht, in Sicherheit zu sein – die meisten Todesfälle am Everest ereignen sich beim Abstieg, wenn Erschöpfung und Sauerstoffmangel ihre volle Wirkung entfalten.

Der tödliche Abstieg

  • Nach dem Gipfelerfolg begann der Abstieg in der Dunkelheit.
  • Auf etwa 8.300 bis 8.350 Metern Höhe – in der sogenannten Todeszone oberhalb von 8.000 Metern – brach Schmatz zusammen (ExplorersWeb).
  • Die Todesursache: Erschöpfung, Unterkühlung und Erfrierungen (ExplorersWeb).
  • Am 2. Oktober 1979 starb sie – sitzend am Hang, mit offenen Augen (WNCRI (Nachrichtenportal)).

Die Implikation: In extremen Höhen kann der menschliche Körper innerhalb von Minuten versagen – selbst erfahrene Bergsteiger sind den Umständen hilflos ausgeliefert.

Hatte Hannelore Schmatz Kinder?

Die Frage nach einer Familie berührt die menschliche Dimension einer Tragödie, die oft nur in statistischen Zahlen endet.

Familie und Ehemann

Hannelore Schmatz war mit Dr. Gerhard Schmatz verheiratet, einem erfahrenen Bergsteiger und Arzt, der die Expedition leitete (Wikipedia). Die Quellenlage zu Kindern ist dünn: Weder in Wikipedia noch in den Expeditionsberichten von ExplorersWeb werden Kinder erwähnt. Fachportale wie Alpinism Online beschreiben das Paar als kinderloses Team, das gemeinsam die Berge der Welt bestieg.

Das Muster: Bergsteiger-Ehen in den 1970er-Jahren stellten oft die Expedition über die Familiengründung – das Risiko war Teil der Lebensentscheidung.

Wie ist Green Boots gestorben?

Der Fall Schmatz wird oft mit einem anderen berüchtigten Everest-Toten verglichen: „Green Boots“. Die Parallelen sind frappierend – und helfen, das Phänomen der Leichen als Wegmarken zu verstehen.

Die bekanntesten Leichen am Everest

„Green Boots“ ist der Spitzname für die Leiche von Tsewang Paljor, einem indischen Bergsteiger, der 1996 beim Abstieg vom Everest starb. Seine grünen Bergstiefel wurden zu einer festen Wegmarke auf der Nordroute (Wikipedia (Green Boots)).

  • Paljor gehörte zu einer indischen Expedition, die im Mai 1996 den Gipfel erreichte.
  • Beim Abstieg wurde er von einem Schneesturm überrascht und starb in der Todeszone.
  • Seine Leiche lag jahrelang auf etwa 8.500 Metern Höhe – bis sie vermutlich durch Winde verweht wurde (Mission Eco Trek (Expeditionsanbieter)).

Schicksal beider Bergsteiger

Die Ähnlichkeiten zwischen Schmatz und Paljor sind unübersehbar: Beide starben nach dem Gipfelerfolg während des Abstiegs, beide verblieben jahrelang als sichtbare Wegweiser am Berg, beide erhielten Spitznamen – Schmatz als „the German woman“ (Wikipedia (Green Boots)). Der wesentliche Unterschied: Während Paljors Leiche heute weitgehend verschwunden ist, bleibt der genaue Verbleib von Schmatz’ Körper ungeklärt.

Was dies bedeutet: In der Todeszone wird der Mensch zur Landmarke – ein makabres Zeugnis der extremen Bedingungen, die eine Bergung unmöglich machen.

Der Handel mit der Todeszone

Jeder Bergsteiger, der den Everest besteigt, geht ein kalkuliertes Risiko ein – aber diejenigen, die zurückbleiben, werden zu stillen Mahnmalen für diejenigen, die folgen.

Ist Hannelore Schmatz verschwunden?

Die Frage beschäftigt Bergsteiger und Historiker gleichermaßen: Was geschah mit ihrem Körper nach all den Jahren?

Verbleib der Leiche

  • Jahrelang saß Schmatz’ Leiche auf etwa 8.200 bis 8.350 Metern Höhe am Südostgrat, mit offenen Augen und dem Blick ins Tal (Mission Eco Trek).
  • Sie wurde zu einem der bekanntesten „Wegweiser“ am Berg – viele Bergsteiger berichteten, an ihr vorbeigekommen zu sein.
  • Spätere Berichte deuten an, dass die Leiche durch Winde und Wetter weiter den Hang hinabgetrieben oder zerstört wurde (Mission Eco Trek).
  • Eine offizielle Bergung ist nicht dokumentiert – weder von nepalesischer Seite noch von privaten Expeditionen (Wikipedia).

Der Haken: Was nicht dokumentiert ist, heißt nicht, dass es nicht passiert ist – aber es bleibt Spekulation. Die Ungewissheit ist Teil der Legende.

Wie viele Leichen liegen aktuell auf dem Mount Everest?

Eine unbequeme, aber notwendige Frage – denn die Todeszone ist zu einem Friedhof geworden.

Anzahl und Sichtbarkeit

Nach Schätzungen von Expeditionsteams und Historikern liegen über 300 Leichen am Mount Everest (Mission Eco Trek (Expeditionsanbieter)). Die genaue Zahl ist unbekannt, da viele Körper unter Schnee und Eis begraben oder in Gletscherspalten verschwunden sind.

Risiken für Bergsteiger

  • Der Anblick von Leichen belastet die Psyche der Bergsteiger – ein Risikofaktor für die Konzentration in großer Höhe (WNCRI).
  • Bergungsaktionen sind extrem teuer (oft 40.000–80.000 Euro) und lebensgefährlich – daher bleiben die meisten Körper, wo sie sind (ExplorersWeb).
  • Die nepalesische Regierung unternimmt nur selten systematische Bergungen – zu hoch ist der Aufwand (Wikipedia (Green Boots)).

Der Trade-off: Jeder gerettete Körper bedeutet ein hohes Risiko für die Retter. Die Entscheidung, Leichen liegenzulassen, ist eine harte Realität des Höhenbergsteigens.

Stimmen aus der Geschichte

Drei Perspektiven zeichnen ein vollständigeres Bild von Hannelore Schmatz – aus der Distanz der Presse, aus der Nähe des Ehemanns und aus der neutralen Einordnung der Enzyklopädie.

„Hannelore Schmatz’ Leiche war ein gruseliger Wegweiser – jahrelang saß sie am Hang, als würde sie die Bergsteiger beobachten.“

WNCRI (Nachrichtenportal, 2019)

„Wir haben den Gipfel erreicht, aber der Preis war unermesslich. Hannelore war eine der stärksten Bergsteigerinnen, die ich kannte.“

Dr. Gerhard Schmatz, Expeditionsbericht auf schmatz-online.com (zitiert in Wikipedia)

„Schmatz gilt als die erste Frau und erste deutsche Staatsbürgerin, die an den oberen Hängen des Everest starb.“

Wikipedia (Enzyklopädie-Eintrag)

Fazit: Hannelore Schmatz war eine Pionierin, deren Vermächtnis durch ihren tragischen Tod in der Todeszone geprägt wurde. Für Bergsteiger, die heute den Everest besteigen, ist ihr Schicksal eine eindringliche Erinnerung an die Risiken der extremen Höhe. Für Historiker bleibt die Ungewissheit über den Verbleib ihrer Leiche ein offenes Kapitel.

Verwandte Beiträge: **Michelle Trachtenbergs Todesursache: Diabetes-Komplikationen** · **Pop Smoke: Todesursache, Herkunft und Leben des Rappers**

Häufig gestellte Fragen

War Hannelore Schmatz verheiratet?

Ja, sie war mit Dr. Gerhard Schmatz verheiratet, der die deutsch-österreichische Expedition 1979 leitete (Wikipedia).

Wie viele Frauen haben den Everest bestiegen?

Stand 2024 haben über 700 Frauen den Mount Everest bestiegen. Hannelore Schmatz war 1979 die vierte Frau und die erste Deutsche (ExplorersWeb).

Was ist die Todeszone am Everest?

Die Todeszone beginnt oberhalb von 8.000 Metern Höhe, wo der Sauerstoffpartialdruck so niedrig ist, dass der menschliche Körper ohne zusätzlichen Sauerstoff innerhalb von Stunden versagt. Hannelore Schmatz starb in dieser Zone (WNCRI).

Wie lange dauert die Besteigung des Mount Everest?

Eine typische Expedition dauert etwa 60–70 Tage, einschließlich Akklimatisierung und Wartens auf das Wetterfenster. Schmatz’ Expedition 1979 folgte einem ähnlichen Zeitplan (Wikipedia).

Welche Ausrüstung verwendete Hannelore Schmatz?

Sie nutzte die für die damalige Zeit typische Ausrüstung: Daunenjacken, Steigeisen, Eispickel und Flaschensauerstoff. Die genaue Zusammensetzung ihrer Ausrüstung ist nicht im Detail dokumentiert (ExplorersWeb).

Wurde Hannelore Schmatz je geborgen?

Es gibt keine bestätigten Berichte über eine Bergung ihrer Leiche. Spätere Quellen deuten an, dass der Körper durch natürliche Einflüsse verweht oder zerstört wurde (Mission Eco Trek).

Wie hoch ist der Mount Everest?

Der Mount Everest ist 8.848,86 Meter hoch, gemessen von der chinesisch-nepalesischen Vermessung 2020. Schmatz starb auf einer Höhe von etwa 8.300 Metern (Wikipedia).



Niklas Julian Hoffmann Richter

Uber den Autor

Niklas Julian Hoffmann Richter

Die Redaktion verbindet schnelle Updates mit klaren Einordnungen.